Was körperliche Empfindungen beeinflussen

Unsere Wahrnehmungen und unser Verhalten werden von körperlichen Empfindungen beeinflusst, das fand an der University of North Carolina in Chapel Hill der Psychologe Lawrence Sanna bei einer Studie heraus. Die Forscher haben diesem Phänomen sogar schon einen Namen gegeben, sie sprechen dabei von einem Embodiment, was die Verkörperung bedeutet.

Das klassische Experiment

Bereits aus dem Jahr 1988 stammen die ersten Resultate in dieser Richtung, die in einem Experiment von dem Sozialpsychologen Fritz Strack von der Universität Mannheim durchgeführt wurden. Die damaligen Studienteilnehmer mussten einen Bleistift in den Mund nehmen, dadurch dass sie diesen quer nahmen, hoben sich ihre Mundwinkel automatisch und unbewusst nach oben. Anschließend sahen sich die Teilnehmer verschiedene Cartoons mit dem Stift im Mund an und fanden diese bedeutend komischer als ohne Stift. Schon damals fanden die Forscher heraus, dass das unbewusste Lächeln eine fröhlichere Stimmung erzeugte.

Die Ergebnisse von Sanna

Lawrence Sanna und sein Team stellten in ihrer neuesten Studie fest, dass Menschen mehr Mitgefühl zeigen, die eine Rolltreppe hinauf fahren, als diejenigen die nach unten fahren. Sanna erklärte, dass aufgrund der erhöhten Position die Tugendhaftigkeit zum Vorschein kommt. In zahlreichen Kulturen scheint die Erhöhung eine Metapher für die moralische Gutmütigkeit zu sein.

Die Wissenschaftler stellen zahlreiche Thesen auf, wie das Körperliche und Abstrakte miteinander verknüpft sind. Sie vermuten, dass dafür die grundsätzliche Arbeitsweise eine entscheidende Rolle spielt. Menschen haben Vorstellungen und Konzepte für das Wahrnehmen von bestimmten Gegenständen.

Nach den Ergebnissen von zahlreichen Forschern auf diesem Gebiet, ist Embodiment anscheinend ein universelles Phänomen, welches in jedem Bereich unseres Lebens auftritt. Aus diesem Grund sind einige der Wissenschaftler der Ansicht, dass man so eine erfolgreichere Werbung gestalten kann. Hört man zum Beispiel den Namen einer Marke und formt diesen lautlos mit den Lippen nach, so bleibt er nachhaltig im Gedächtnis. Anders hingegen sieht es aus, wenn man beim Hören des Markennamens gerade etwas isst, dann erinnert man sich deutlich schlechter an die jeweilige Marke.

Allerdings ist das wahre Potential von Embodiment noch nicht eindeutig klar, da bis dato nur zahlreiche einzelne Ergebnisse der unterschiedlichsten Studien vorliegen.

This entry was posted in Uncategorized. Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort